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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Review ALICE (Rucksack)



Guardian
15.06.2006, 21:03
ALL-PURPOSE LIGHTWEIGHT INDIVIDUAL CARRYING EQUIPMENT

Ich möchte hier einen meiner ersten Posts einbringen, zum ALICE-Rucksack, der immer noch bei den US-Streitkräften eingesetzt wird und das seit etwa dem Vietnamkrieg.
Ich weise nochmals darauf hin, dass ich hier nur zum Rucksack schreibe und nicht zum restlichen System.

Info (Danke Loki):
Das Alicesystem wurde nur mit den Rucksackkonfiguationen M und L an die US-Truppen ausgegeben.

Ich bin seit Sommer 2005 stolzer Besitzer eines ALICE-Rucksacks der Größe L(ca. 70l Volumen).

Ich werde auf die wichtigsten Daten eingehen, wie Alltagstauglichkeit, Verschleiß, Platzangebot, Aufteilung, Tragegefühl, usw.

Ersteindruck:
Ich habe mir einen echten (gebrauchten) ALICE Rucksack gewünscht und ihn auch glatt bekommen (danke Dad).
Der Rucksack wurde „halbfertig“ geliefert ich musste nur noch die Riemen festmachen und das gestaltete sich schwieriger als gedacht aber dank dem Internet war eine Anleitung schnell gefunden… (leider habe ich keinen Link mehr aber das dürfte kein Problem sein den zu gegebener Zeit wieder zu finden).
So ist eine Riemen, betrachtet man ihn als ein stück ein Band mit Öse an einem Ende. Die Öse muss durch das Loch am unteren Ende des Tragegestells wobei der Rest des Riemens durch die Öse gezogen wird und mit Hilfe der Schnalle am oberen Rohr des Gestells durch die vorgefertigte Öse befestigt wird.
Als ich dann endlich geschnallt hatte wie es funktioniert ging es auch schon los!
Das erste aufsetzten ging erwartet einfach (leer), und ich nahm etwas Gewicht um die „Quick-Release“-Funktion zu testen, und sie Funktionierte mehr als zufrieden stellend (vor kurzem erst musste ich sie mit übervollem Rucksack in einem Bus benutzen als ich platz machen musste beim hinsetzen an einem Fensterplatz).

Quick-Release:
Dieses nützliche Konstrukt besteht aus 2 Ösen, welche zusammen gesteckt werden und gegen Verrutschen durch einen Plastesplint gesichert wird darüber ist um versehentliches auslösen des Mechanismus ein Stoffband mit Knopf befestigt. Um also den Trageriemen zum schnellen ablegen/abwerfen in 2Teile zu teilen reicht es (zumindest bei meinem Rucksack) mit einem kräftigen Ruck den Knopf zu lösen, da dabei (meistens) gleich noch der Splint gezogen wird und die Ganze Sache gegessen ist!

Verschluss:
Der Verschluss des Hauptfaches ist eine einfache Schnur aus Kunstfaser welcher mit Hilfe eines Schiebeverschlusses justiert wird. Dies ist so komfortabel, da man keinerlei Knoten/Schleifen machen muss.
Alle anderen Taschen werden mit Druckknöpfen verschlossen, welche bei meinem Rucksack zwischen sehr schwer und sehr leicht zu lösen sind. Die Schließriemen an den größeren Taschen kann man noch in ihrer Länge justieren damit auch überstehende Dinge bis zu einer bestimmten Höhe gegen Regen und Herausfallen gesichert sind.

Einstellungen:
Der Rucksack besitzt einige Möglichkeiten ihn seinen körperlichen Bedürfnissen an zu passen, so ist der Hüftgurt verstellbar und zusätzlich ein leichtgängiger Gürtel benutzbar, den man bei Nichtbenutzen einfach hinter den Hüftgurt legt, wo er bei mir nie geklappert hat!
Die „Armriemen“ muss man sich jedes Mal selbst neu einstellen, wenn man den Rucksack aufsetzt, dabei zieht man nur die langen Riemen nach unten und drückt den Rucksack in die Höhe, und drück auf die Riemenbremsen damit die Riemen nicht wieder länger werden. Diesen Vorgang hat man nach kurzer Eingewöhnung drauf und er läuft reibungslos. Das dauernde Neueinstellen hat den Vorteil, dass man damit den Rucksack ohne Probleme selbst über dickere Kleidung tragen kann, ohne extra große Neueinstellungen machen zu müssen (wie fummeln an den Riemen z.B. in Handschuhen).

Gewichtsverteilung:
Durch einen breiten Hüftgurt bemerkt man kaum, dass man überhaupt etwas buckelt, und dank der Aluminiumverstrebung drückt auch nichts auf den Rücken, es sei denn es liegt absolut falsch. Ich konnte selbst 20kg und mehr ohne größere Einschränkung bequem tragen.
Durch die stufenlos einstellbaren Riemen kenne ich auch keine tauben Arme bei großer Last.
Einzige Einschränkung kann sein, dass man seine Arme nicht mehr ganz so weit an den Schultergelenken nach oben bewegen kann wie man es gewohnt ist aber das stört nur beim werfen von Granaten/wenn man mit dem Rucksack auf dem Rücken den Boden entlangrobbt.

Platzangebot:
Das Hauptfach ist sehr groß und dank 2er senkrecht verlaufender Riemen in der Größe einstellbar. In diesem Hauptfach befindet sich noch ein kleines an den Rücken genähtes kleineres Fach (ideal für „Krimskrams“) welches separat verschließbar ist.
Links und Rechts befinden sich noch Taschen in die jeweils übliche 1,5-2l Flaschen Passen (ideal für sommerliche Spiele;)) und mittig ist noch ein etwas größeres Fach befestigt, welches allerdings etwas schwierig zu befüllen ist wenn das Hauptfach schon „randvoll“ ist.
Die erwähnten Seitentaschen sind zur „Haupthaut“ des Rucksacks hin vertikal hohl sodass man eine Waffe hindurch stecken kann oder auch anderes Gerät (z.B. Kamerastativ usw.).
Weitere Taschen sind noch die drei über der mittigen Tasche montierten Minitaschen, welche jeweils nach unten eine kleine Stiftgroße Öffnung haben und final ist noch eine kleine Tasche in den Deckel integriert welche für knautschbares Material geeignet ist.
Alles in allem ist das Platzangebot überwältigend und Dank der verschiedenen Fächer/Taschen gut sortiert.

Zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten:
Über den Ganzen Rucksack sind mehrere koppelbreite Befestigungsösen verteilt. An denen man alle möglichen Dinge wie Karabiner usw. befestigen kann und sogar Tarnmaterialien.

Alltagstauglichkeit:
Der Rucksack ist einigermaßen Alltagstauglich. So nutze ich ihn für die Schule wobei die 3kleinen Taschen für mich eine Art mobiles Büro, Locher, Taschenrechner, und ein paar andere Utensilien. Allerdings ist der Rucksack wenn er randvoll und prall ist (alle Hefter+einige Bücher+Decke+Sportzeug+2 1,5l Flaschen) nicht gerade wenig Platz einnimmt und man so im Bus hängen bleiben kann aber im Freien kennt man diese Probleme nicht und der Rucksack ist in seinem Element.

Verschleiß:
Das Material Nylon mit seiner Gummierung (nur im Deckel) ist sehr robust und bisher sind mir lediglich einige Kleinigkeiten aufgefallen, das Band mit dem man da Hauptfach verschließt ist etwas „pelziger“ geworden, aber das ist kein negatives Erscheinen, und die Riemen sind mit der Zeit und täglichen Belastung glatter geworden wodurch sie leichter verrutschen aber regelmäßiges Nachziehen reicht aus um einen Unfall zu verhindern. Die Gummierung hat bereits etwas gelitten. All diese Verschleißerscheinungen sowie einige gerissenen Nähte schreibe ich dem Alter des Rucksacks zu. Ich hege vollstes Vertrauen in den Rucksack und kann ihn nur Weiterempfehlen (auch für nicht Battle Display betreibende:)).
Den Verschleiß des Rucksacks in der Zeit die er bei mir ist halte ich für ein gebrauchtes Stück für angemessen wobei ich selbstverschuldet einige Abschürfungen an der Mittleren der 3 Kleinen Taschen verzeichen muss.

Tipps:
Um auch etwas unförmigere Dinge transportieren zu können ist es ratsam sich eine Bodenplatte aus Holz einzulegen damit der Boden bessere Stabilität besitzt und eventuelle Beschädigungen des Bodenstoffes durch harte Kanten vor zu beugen.

Angebote (Stand: 15.06.2006)
Ranger-Onlineshop: verschieden Ausführungen (auch Tarnmuster) von 26,95€ bis 59,59€
Räer: verschieden Ausführungen (auch Tarnmuster) von 35,00€ bis 39,00€

Der Rucksack ist in 3 Größen bis 70l erhältlich und kann mit einem speziellen aufsatz zur Kraxe umfunktioniert werden.

Ich gedenke diesen Thread zu aktualisieren so oft es geht.

Update(17.01.07):
Dank Baron bin ich auf's versprechen der Aktualisierung gestoßen:red:
Also erstens:
Das Rutschen der oberen Befestigung der Riemen hab ich in den Griff bekommen, man verknote einfach die Beiden Enden der Riemen (das hält grad ca. 4 Monate ohne nachstellen).
http://img329.imageshack.us/img329/968/1701072222pb2.jpg

Zweitens:
Die "Krallen", die in den Riemen zur Justiereung der Länge greifen funktionieren nicht mehr ganz zu 100%, da die Riemen aalglatt sind. Das Bedeutet, dass man nachdem man sich die Riemenlänge justiert hat, diese kralle fest auf die Riemen pressen muss um die Einstellung zu speichern.

Drittens:
Der Verschleis ist mittlerweile soweit vorangeschritten, dass die Gummierung des Deckels etwas abbröselt, da das einlagige Nylon, was auch immer Kunstfaserzeug nicht gummiert ist suppt er etwas durch. Aber die meiste Feldausrüstung ist eh wasserfest ist kann man das mMn vernachlässigen(/die empfindlichen Dinge in verschließbare Tüten einpacken). Davon abgesehen ist der Verschleiß annehmbar und bisher nicht die Funktionallität in keinerlei Art und Weise beeinträchtigt.

Zu guter Letzt, zu den Bildern:
1. Schemazeichnung
2. Großaufnahme der oberen Taschenannordung und der unteren Tasche.
3. Ansicht auf das Tragegestell
4. Ansicht auf die von mir genutzte Variante den Beckengurt hinter dem Beckenpolster zu verstauen
5. Beispielbild mit 2* 1,5l Flaschen


Kritik und erweiternde Infos erwünscht.

6uarq;an

Grimm
20.06.2006, 13:48
Ich hätte 2 kleine Anmerkungen zum Inhalt:
1) Der ALICE Pack wurde nur in 2 Grössen an die Truppe ausgegeben: Medium & Large, Small wurde nie bei der Truppe eingeführt.
2) Der Ruckack auf den bildern ist der AP Large, der Medium verfügt nur über 3 Aussentaschen in gleicher Grösse, nicht über die 3+3 des abgebildeten!

Quelle: US Handbuch "All-Purpose Lightweight Individual Carrying Equipment (Alice)" November 1973

Guardian
20.06.2006, 14:01
OK gut.. ich war mir nicht so sicher.. sry.. anfangs dachte ich, dass ich large hätte wobei ich später festgestellt habe, dass die Produktbeschreibung Medium war. Wird schnellstmöglich behoben!

Guardian
17.01.2007, 22:49
**KICK**
Mal geupdated...

Zonk
30.09.2009, 18:37
Hiho,
hast du den Link für die Befestigung des Schultergurts am Gestell zufällig noch parat? habe das jetzt provisorisch mit Karabinern gelöst, aber das ideale ist das auch nicht...